

Welche Erfahrungen machen FÖJlerInnen? Welche Anforderungen stellt ein FÖJ und was habe ich davon?
Einige Zitate aus Berichten von FÖJlerInnen geben dir ein paar Eindrücke:
"Der Sommer war grandios, es war so viel zu tun und es hat so viel Spaß gemacht, den Touristen den Lebensraum Wattenmeer zu zeigen. Es ist spannend, selbst einmal "Lehrer und Experte" zu sein. Die Arbeit ist nicht so, wie ich sie mir vorgestellt habe - meine Erwartungen wurden übertroffen!
Jetzt im Winter ist zwar nicht so viel los wie im Sommer, doch genieße ich es, richtig Zeit für mich zu haben oder mit meinen Kollegen etwas zu unternehmen. In dieser Zeit kann ich mir Gedanken über meine berufliche Zukunft machen, Bewerbungen schreiben."
"Für mich ist diese Zeit hier wie ein Rausch, ein Traum, aus dem man am besten nie aufwacht. Und ich fürchte mich jetzt schon vor dem Tag, an dem ich mich unter Tränen von meiner Nachfolgerin verabschieden muss.
Zum einen ist es die Arbeit, die einfach Spass macht, auch wenn man nass und dreckig und vielleicht auch schlecht gelaunt ist. Wer hätte gedacht, dass ich einmal beim Anblick einer Löffelente oder eines Seeadlers verzückt in mein Spektiv jauchzen würde? Oder grinsend durch den Schlick stapfen würde, um anderen Leuten die Essgewohnheiten kleiner Schnecken näher zu bringen? (...)
Auf der anderen Seite muss man gerade in meiner Einsatzstelle viel selbst organisieren und planen, das kann man auch nicht von heute auf morgen."
"Außerdem sind es die Seminare, die immer wieder ein echter Höhepunkt waren und, weit über die Tätigkeit beim FÖJ hinaus, mein Leben wohl sehr nachhaltig beeinflusst haben. Ich denke, es ist kaum möglich, die FÖJ-Seminare in ihrer Wichtigkeit für die persönliche Entwicklung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu überschätzen. Ich kann es gar nicht in Worte fassen, wie lehrreich die Seminare inhaltlich, sozial und gruppendynamisch waren.
Die Seminare schafften es immer wieder, mich aus dem Alltagsgeschäft herauszuziehen, mir neue Perspektiven zu ermöglichen, in den intensiven Austausch mit Gleich- oder Ähnlichgesinnten zu kommen und mich für das FÖJ zu motivieren. Vor allem auch für weiterreichendes Engagement für das FÖJ, um das FÖJ und darüber hinaus.
Die Möglichkeit der eigenen Einflussnahme auf die Seminarthemen und der Mitgestaltung haben mit Sicherheit auch einen großen Teil zu der sehr positiven Wahrnehmung der Seminare beigetragen. Ebenso die Anreize zur selbständigen Arbeit und Übernahme von Verantwortung. Die Inhalte waren dadurch stets für fast alle sehr interessant und die Diskussionen sehr weiterbringend. Auch ist man bei den Seminaren oft auf eine sehr prägende und intensive Art und Weise mit der Natur in Berührung gekommen, die mir die Augen geöffnet hat und mich jetzt mit viel wacheren Sinnen durch die Welt gehen lässt."
"Sehr viele Sachen waren für mich neu. Man zieht das erste Mal daheim aus, kommt in eine komplett neue und andere Umgebung, alle alten Freunde und Bekannten sind wo anders und man ist nicht mehr in der Schule. Im Prinzip ändert sich fast alles und man lernt viele neue Dinge. Am meisten war ich davon überrascht, wie schnell ein Tag vorbei gehen kann. Es ist einfach was ganz anderes acht Stunden arbeiten zu gehen, als wenn man vormittags in die Schule geht.
Durch die ganzen Führungen und Vorträge die ich halte, werde ich immer selbstbewusster im freien Sprechen vor Menschen. Zudem ist es richtig toll, dass ich an meiner Einsatzstelle was bewirken kann. Ich kann mich in dem Maße einbringen wie ich es möchte und dann auch Dinge selber anpacken oder Vorschläge unterbreiten."
"Das FÖJ bedeutet für mich Streben nach Freiheit. Ein Jahr lang dort verbringen, wo man sich in den Weiten des Wattenmeeres verlieren kann. Ein Jahr lang in, mit und für die Natur arbeiten. Ein Jahr lang die Flügel entfalten und die salzige Luft der unendlichen, blauen Tiefe schmecken. Ein Jahr lang fern von Familie und alten Zwängen sein - den ersten Schritt in sein eigenes Leben machen."
Im Rahmen des FÖJ haben FÖJlerInnen Gelegenheit, ein eigenes Projekt zu planen und umzusetzen. An dieser Stelle haben FÖJlerInnen die Möglichkeit, ihre Projekte vorzustellen.
"Mein Winterprojekt besteht daraus, eine Infotafel über eine richtungsweisende Persönlichkeit im Umweltschutz zu gestalten: Über jene Frau, die ...
Über jene Frau, an der wir uns ein Beispiel nehmen sollten: Lina Hähnle."
"Mein Winterprojekt (zusammen mit zwei KollegInnen) ist eine Kooperation mit den Gymnasium. Geplant ist, dass wir uns und unsere Arbeit bei drei fünften Klassen vorstellen und mit den SchülerInnen Fragen sammeln, die diese zum Watt und Nationalpark haben. Im Juni kommen die Klassen dann zu uns und verbringen hier einen Tag oder ein Wochenende (...), wobei wir zusammen mit den Kids für die Veranstaltungen verantwortlich sind (lernen, entdecken, Interesse wecken, zusammen sitzen, singen, kochen). Die Idee ist, Biologie wieder dahin zu bringen, wo sie hingehört: nach Draußen, und den SchülerInnen ihr Erbe bewusst zu machen, denn Nationalpark und Weltnaturerbe sind doch genau das: Erbe für kommende Generationen. Nur müssen diese Generationen sich dessen auch bewusst werden; nur dann können sie dafür kämpfen und es beschützen."